“War for Young Talents“
Liebe Leser!
Die laufenden Diskussionen um den weltweiten Fachkräftemangel klingen bekannt. Schon 1997 prägte Ed Michaels von der Unternehmensberatung McKinsey das Schlagwort vom „War for Talents“, mit dem er den Wettkampf der Personaler um die besten Köpfe beschrieb. Heute wird erneut kollektiv Alarm geschlagen, von Politkern, der Presse, Unternehmern und deren Interessenvertretern.
Prof. Bruno o. Braun vom VDI etwa beziffert die Zahl fehlender Ingenieure in Deutschland auf 50.000 und rechnet mit einem Produktivitätsausfall von 3,5 Mrd. Euro. Ludwig G. Braun vom DIHK sprach im Juni die Warnung aus, der derzeitige Fachkräftemangel könne deutliche Wachstums- und Beschäftigungsverluste zur Folge haben. Der Arbeitgeberverband BDA sprach in seinem Juni-Newsletter von einer neuen Dynamik in der Diskussion um den Fachkräftemangel. Laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) sei jede 4. Stelle länger als 3 Monate vakant, 12% der Stellen müssten mindestens 6 Monate unbesetzt bleiben und gar jede 5. Stelle gelte als „schwer besetzbar.“
Selbst die Bundesagentur für Arbeit, die die Klagen der Wirtschaft über den Fachkräftemangel lange für überzogen gehalten hatte, sieht inzwischen deutliche Signale für das Phänomen. Die Nürnberger Behörde bestätigte, in einigen Bundesländern und Berufsgruppen ließen sich offene Stellen nur mehr schwierig besetzen.
Die Kombination aus demografischem Wandel, Effizienz- und Produktivitätsdruck, fehlenden Fachkräften und einer grundlegenden Flexibilisierung des Arbeitsmarktes stellt viele Unternehmer vor große Probleme. Personalfragen werden zu einer Managementherausforderung, der eine Schlüsselstellung in der strategischen Aufstellung von Unternehmen zukommt.
Doch ist die Debatte von heute mit den Diskussionen von vor 10 Jahren vergleichbar? Fortsetzung oder Neuauflage? Eines scheint eindeutig: Die Zahl der hochqualifizierten Führungskräfte, die auf eine unbefristete Anstellung verzichten und sich als selbständige Interimsmanager in zeitlich befristeten Projekten engagieren steigt von Jahr zu Jahr. Und noch etwas: Sie werden jünger, sind branchenübergreifend tätig und werden mittlerweile in allen Unternehmenssituationen nachgefragt.
Der „War for Young Talents” hat sich also qualitativ weiterentwickelt und ist – ganz unzweifelhaft – in vollem Gange.
Ihre Management Angels

